Historischer Abriss zum BAG

Am 27. Juni 1999 hat eine Initiativgruppe von Gruppenpsychotherapeuten den Berufsverband der Approbierten Gruppentherapeuten (BAG) gegründet. Dieser Schritt wurde notwendig, da die Gruppentherapie in der kassenärztlichen Versorgung in den letzten Jahren nur noch einen marginalen Stellenwert hatte und auszusterben drohte, während sie in der stationären Therapie als unumstritten effektive Therapieform eine Blütezeit erlebte und dort von den Kostenträgern unterstützt wurde. Die Abrechnungshäufigkeit der Gruppentherapie-Ziffern in der Kassenpraxis wuchs seit Jahren nur geringfügig. Dieser Entwicklung konnten die Fachgesellschaften (damals z. B. der DAGG) nicht mit der nötigen Kraft entgegentreten, da sie im Wesentlichen andere Aufgaben zu erfüllen hatten. Daher haben sich Mitglieder verschiedener Fachgesellschaften mit deren Unterstützung zum BAG zusammengeschlossen.

 

Bereits vor der Gründung des BAG hatte sich eine Arbeitsgruppe „Richtlinien und Honorare" aus Verhaltenstherapeuten und psychoanalytisch orientierten Kollegen gebildet, die mit der KBV in Verbindung getreten waren, um bei den anstehende Änderungen der PT-Richtlinien eine gruppen-adäquate Revision der Richtlinien zu erreichen (z.B. eigenes, vereinfachtes und gruppen-adäquates Gutachterverfahren). Gleichzeitig wurde eine Erhöhung der Honorare, die den Fortbestand der Gruppentherapie in der Kassenversorgung sicherte, verhandelt. Anlass dafür war sowohl der Punktwertverfall, als auch die Herunterstufung der Gruppentherapie gegenüber der Einzeltherapie, so dass kaum noch ambulante Gruppenpsychotherapie durchgeführt wurden. Betrug in den 1980er Jahren die Honorierung für Gruppentherapie noch 50 % der Punktzahl für Einzeltherapie, so lag diese Relation damals bei 31 %. Neben dem Punktwertverfall hatte die Gruppentherapie also einen zusätzlichen relativen Honorarverlust von 38 % hinnehmen müssen.

 

Der BAG versteht sich als die berufspolitische Interessenvertretung aller Gruppenpsychotherapeuten unabhängig von Schulrichtungen oder der Mitgliedschaft in anderen Fachverbänden. Der BAG setzt sich ausschließlich für die Belange approbierter Gruppenpsychotherapeuten ein.

 

Ziel des Verbandes ist es, die Interessen der Approbierten Gruppenpsychotherapeuten und Gruppenpsychotherapeutinnen zu vertreten im Hinblick auf:

  • Erleichterungen bei der Durchführung der Gruppentherapien in den Praxen,
  • Honorierung wie Abrechnung ambulanter Gruppenpsychotherapien
  • Hervorhebung des Stellenwertes der Gruppentherapie in der Gesellschaft
  • Wissenschaftliche Entwicklung der Gruppentherapie.

 

gez. Dipl.-Psych. Christiane Pennecke

Vorsitzende des BAG